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Ratgeber

Alle Infos zum Batteriepass für E-Autos ab 2027

Tesla Model 3
Tesla Model 3; Quelle: Bram Van Oost auf Unsplash

Ab Februar 2027 führt die Europäische Union den digitalen Batteriepass als Pflicht für den europäischen Elektroautomarkt ein. Was zunächst wie eine zusätzliche Dokumentationslast für Hersteller erscheint, soll mehr Transparenz über Herkunft, Eigenschaften und Lebenszyklus von Hochvoltbatterien schaffen. Wir erläutern, welche Informationen der Pass enthält, wer darauf zugreifen kann und was die Neuerung für Käufer von Neu- und Gebrauchtwagen bedeutet.

Was ist der digitale Batteriepass

Ab dem 18. Februar 2027 muss jede neu in Verkehr gebrachte oder in Betrieb genommene Elektrofahrzeugbatterie einen Batteriepass aufweisen. Diese Pflicht erstreckt sich auch auf LMT-Batterien, etwa für E-Bikes, E-Mopeds und E-Scooter, sowie auf Industriebatterien mit einer Kapazität von mehr als 2 Kilowattstunden. Es handelt sich dabei nicht um ein herkömmliches Dokument in Papierform. Vielmehr fasst der Pass wichtige Informationen zu Herkunft, Eigenschaften und Lebenszyklus des Akkus in einer digitalen Akte zusammen, die auf einem dezentralen System der beteiligten Wirtschaftsakteure beruht.

Welche Informationen der Pass enthält

Ein aktueller EU-Leitfaden fasst 71 Datenpunkte zusammen, die je nach Batterietyp und gesetzlicher Anforderung im Batteriepass relevant sind. Für Verbraucher sind vor allem Angaben zur erwarteten Lebensdauer, zur Kapazität und zur chemischen Zusammensetzung von Interesse. Zudem werden Nachhaltigkeitsdaten erfasst, etwa der CO₂-Fußabdruck sowie der Anteil recycelter Rohstoffe wie Lithium oder Kobalt.

Kann ich als Käufer alle Daten einsehen?

Der Batteriepass bietet erstmals eine einheitliche digitale Basis für vielfältige Informationen. Auch Daten zum individuellen Gesundheitszustand, dem sogenannten State of Health, gehören grundsätzlich zum System. Dennoch sind nicht alle Details für jeden Verbraucher frei verfügbar. Für sensible oder fahrzeugspezifische Daten gelten abgestufte Zugriffsrechte. Öffentlich zugänglich sind etwa das Batteriemodell, die Zellchemie, bestimmte Leistungs- und Haltbarkeitswerte, der CO2-Fußabdruck sowie Angaben zu recycelten Materialien. Der aktuelle State of Health fällt nach dem geltenden Rechtsrahmen unter Informationen, die nur Personen mit berechtigtem Interesse einsehen können. Er ist daher beim einfachen Scannen nicht automatisch für jeden Gebrauchtwagenkäufer sichtbar.

So bereiten sich die Hersteller vor

Die Automobilindustrie arbeitet bereits an der Umsetzung der neuen Vorgaben. Die jüngsten EU-Leitlinien sollen Herstellern und Importeuren helfen, ihre internen Abläufe und Datensysteme an die neuen Anforderungen anzupassen. Wer derzeit ein E-Auto für drei oder vier Jahre least, ist zwar noch nicht direkt betroffen, könnte aber beim nächsten Fahrzeugwechsel von zusätzlichen Batterieinformationen profitieren.