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Ratgeber

Elektromobilität auf dem Zweitmarkt: Darum lohnt sich das Leasing von E-Gebrauchtwagen

gebrauchte Autos auf Parkplatz
Gebrauchtwagen, Quelle: Obi, Unsplash

Auf dem Fahrzeugmarkt ist eine deutliche Entwicklung zu beobachten: Die Preise für fabrikneue Modelle verharren auf einem hohen Niveau, gleichzeitig wächst das Angebot an erstklassigen Leasing-Rückläufern. Für kostenbewusste Fahrer bietet das Gebrauchtwagen-Leasing daher eine äußerst attraktive Option. Im Folgenden wird dargelegt, wie dieses Modell funktioniert und weshalb insbesondere gebrauchte Elektrofahrzeuge aktuell eine der wirtschaftlichsten und sichersten Wahlmöglichkeiten darstellen.

Das Prinzip: Hohes Einsparpotenzial durch geringeren Wertverlust

Das Konzept des Gebrauchtwagen-Leasings funktioniert prinzipiell wie bei Neufahrzeugen: Gegen eine monatliche Rate wird ein Auto für einen festgelegten Zeitraum überlassen. Allerdings handelt es sich bei den Fahrzeugen um „junge Gebrauchte“, die im Regelfall zwischen 12 und 48 Monaten alt sind und eine angemessene Laufleistung aufweisen.

Der entscheidende finanzielle Hebel ist der automobile Wertverlust. Während Neufahrzeuge im ersten Jahr bis zu 25 Prozent und in den ersten drei Jahren bis zu 50 Prozent an Wert einbüßen können, fällt diese Kurve bei Gebrauchtwagen deutlich flacher aus. Da die Leasingrate primär durch den erwarteten Wertverlust bestimmt wird, fallen die monatlichen Kosten beim Gebrauchtwagen-Leasing erheblich niedriger aus.

Minimierung von Risiken bei Elektroautos

Obgleich die Nachfrage nach Elektromobilität hoch ist, bestehen beim Kauf von gebrauchten E-Autos oftmals Bedenken hinsichtlich der Batteriehaltbarkeit und des zukünftigen Restwerts. Das Gebrauchtwagen-Leasing bietet hierbei entscheidende Vorteile, da es diese Unsicherheiten weitgehend ausschließt.

  • Ausbleibendes Restwertrisiko: Die technologische Entwicklung bei Elektrofahrzeugen verläuft rasant, was Reichweiten und Ladeleistungen stetig verbessert. Käufer älterer Modelle tragen das Risiko eines immensen Wertverlusts bei einem späteren Verkauf. Beim sogenannten Kilometerleasing entfällt diese Sorge, da das Fahrzeug nach Ablauf des Vertrags an den Leasinggeber zurückgeht, der allein das vollständige Vermarktungsrisiko trägt.
  • Schutz durch langfristige Garantien: Die Batterie stellt das teuerste Bauteil eines Stromers dar. Die meisten Automobilhersteller sichern diese jedoch mit umfangreichen Werksgarantien ab – oftmals über 8 Jahre oder 160.000 Kilometer Laufleistung bei einer garantierten Mindestkapazität von 70 Prozent. Werden zwei bis drei Jahre alte Fahrzeuge für typische 24 bis 36 Monate geleast, bleibt das Auto über die gesamte Leasingdauer von dieser Garantie abgedeckt.

Vergleich: Neuwagen gegenüber Leasing-Rückläufer

Ein Blick auf die zentralen Anschaffungskriterien offenbart deutliche Unterschiede zwischen neuen und gebrauchten E-Autos im Leasing:

  • Kosten: Die Leasingraten für gebrauchte Modelle sind aufgrund des abflachenden Wertverlusts weitaus budgetfreundlicher als bei Neuwagen.
  • Lieferzeiten: Während bei Neufahrzeugen oft monatelange Wartezeiten anfallen, stehen junge Gebrauchte in der Regel sofort oder extrem kurzfristig zur Verfügung.
  • Flexibilität: Im Gegensatz zu oft starren Laufzeiten bei Neuwagen (oft 24 bis 48 Monate), werden für Gebrauchte häufig kürzere und flexiblere Vertragsmodelle angeboten.
  • Technologische Aktualität: Durch sogenannte Over-the-Air-Updates (OTA) bleiben auch ältere Elektrofahrzeuge digital auf dem neuesten Stand. Ein dreijähriges Fahrzeug bietet durch kontinuierliche Softwarepflege häufig dieselben Infotainment- und Lade-Funktionen wie ein frisch ausgeliefertes Neufahrzeug.

Darauf ist beim Vertragsabschluss zu achten

Um unerwartete Kosten zu vermeiden, sollten bei der Wahl des Fahrzeugs und dem Abschluss des Leasingvertrags fünf wesentliche Aspekte kontrolliert werden:

  1. Kilometerleasing bevorzugen: Von Restwertverträgen ist abzuraten, da nur beim Kilometerleasing das finanzielle Risiko am Vertragsende beim Leasinggeber verbleibt und lediglich die tatsächliche Nutzung abgerechnet wird.
  2. Batteriezustand (State of Health) prüfen: Ein unabhängiges Batteriezertifikat (beispielsweise vom TÜV oder Aviloo) gibt Aufschluss über den Zustand des Akkus. Bei einem drei Jahre alten E-Auto sollte dieser Wert im Idealfall noch zwischen 85 und 90 Prozent liegen.
  3. Wartungshistorie kontrollieren: Um den Erhalt der wertvollen Herstellergarantie auf die Batterie zu gewährleisten, müssen alle vorgeschriebenen Inspektionen lückenlos in einer Vertragswerkstatt durchgeführt worden sein.
  4. Ladeequipment auf Vollständigkeit prüfen: Das Übergabeprotokoll muss sämtliche Ladekabel umfassen (Typ-2-Kabel für öffentliche Säulen und idealerweise das Notladekabel für Haushaltssteckdosen). Die Neuanschaffung von Originalkabeln kann schnell mehrere hundert Euro kosten.
  5. Zustand der Verschleißteile: Das hohe Drehmoment von Elektroautos führt oftmals zu einem etwas höheren Reifenverschleiß, weshalb die Profiltiefe bei der Übergabe exakt kontrolliert werden muss. Die Bremsanlagen sind hingegen durch die Bremsenergierückgewinnung (Rekuperation) zumeist extrem langlebig und selten verschlissen.

Fazit: Wirtschaftliche Mobilität ohne Restwertrisiko

Das Leasing gebrauchter E-Autos erweist sich als wirtschaftliche und risikoarme Methode, um den Einstieg in die Elektromobilität zu realisieren. Es vereint die preislichen Vorzüge des Gebrauchtwagenmarktes mit der hohen Planungssicherheit eines Leasingvertrags. Der anfänglich hohe Wertverlust wird elegant umgangen, der Schutz der Hersteller-Akku-Garantie bleibt bestehen und am Ende der Vertragslaufzeit kann das Fahrzeug unkompliziert und sorgenfrei zurückgegeben werden.